Viva Teixeirinha!
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Ein Echo vom nationalen Kongress der Landlosenbewegung
(Juni 07) |
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Die Nacht ist eingebrochen, und die Kinder schlafen. João
Pedro Teixeira sitzt neben seiner Frau Elisabete am Rand des Bettes. Die
Stille im Haus kontrastiert mit der Unruhe in den Gedanken von João Pedro.
Sie werden mich umbringen, bringt er mit kurzem Atem von sich. Die friedliche
Stille ist gebrochen, Elisabete fährt in sich zusammen. Die Fazendeiros
(Grossgrundbesitzer) lassen nicht zu, dass die ausgebeuteten Landarbeiter
aufstehen und sich für ihre Rechte einsetzen, fährt João Pedro weiter.
Sie dulden nicht, dass die Landlosen beginnen für die Landreform zu kämpfen.
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Versammlung der 'Ligas Camponesas' anfangs der sechziger
Jahre
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Vom Volk wird João Pedro zärtlich ‚Teixeirinha’ genannt.
Er ist Mitgründer der spontan entstehenden ‚Ligas Camponesas’, eine unkonventionelle
Form gewerkschaftlicher Organisation der Landarbeiter im Nordosten Brasiliens,
anfangs der sechziger Jahre.
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Sie werden mich umbringen, wiederholt er in zerreissender Klarsicht.
Und du, Elisabete, fragt er seine Frau, wirst du an unserer Arbeit weitermachen?
Wirst du mich ersetzen in unserem Kampf um die Würde der Menschen unseres
Volkes? Elisabete antwortet nicht, sie denkt an ihre Kinder und bleibt
stumm.
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Kaum zwei Wochen vergehen, und die angekündigte Nachricht trifft Elisabete
mitten ins Herz. Sie haben ‚Teixeirinha’ ermordet, schreit ein heulender
Bote. Elisabete lässt alles fallen und rast zum Ort des gemeinen Hinterhaltes.
Sie nimmt den blutenden João Pedro in ihre Arme. Mit letzter Kraft bricht
Elisabete die Stille der Trauer. Ja, João Pedro, sagt sie mit entschiedener
Stimme, tröste dich, ich werde weitergehen auf deinem Weg, werde weiterkämpfen
für deinen Traum der Würde und der Gerechtigkeit.
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Elisabete Teixeira com seus filhos
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Und trotz aller Angst, trotz aller Schwierigkeit, trotz aller Bedrohungen
nimmt Elisabete den Weg von Teixeirinha. Während der langen Jahre der
Militärdiktatur (1964 – 1985) muss sie sich mit der ganzen Familie verstecken.
Doch sie gibt nicht auf.
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Heute mit über siebzig Jahren erzählt Elisabete mit glänzenden Augen
aus ihrem Leben. Inmitten des nationalen Kongresses der Landlosenbewegung
erzählt sie vom Beginn des Kampfes um die Landreform, um die Verteilung
des in der Hand weniger Grossgrundbesitzer gefangenen Landes, um die Veränderung
der ungerechten Strukturen der systematischen Ausbeutung. Und achtzehntausend
‚Sem Terras’, Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, zusammengekommen
aus allen Richtungen Brasiliens, hören ihr atemlos zu.
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Elisabete Teixeira am Kongress der Landlosenbewegung
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Heute ist ein glücklicher Tag, sagt Elisabete mit gerührter Stimme. Als
‚Teixeirinha’ starb, fühlte ich mich einsam, alleine. „Heute zeigt mir
die Landlosenbewegung, dass der tötende Schuss der Gewalt der Grossgrundbesitzer
nicht das letzte Wort hat. Die Kraft der Landlosenbewegung beweist, dass
der Traum von ‚Teixeirinha’ weiterlebt. Ich danke Euch allen für die Freundschaft!“
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(tuto) |
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