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Begegnung mit Jugendlichen der Favela Vila La Paz

 
 

Am Dienstag dem 25.03.2008 war ich mit der Gruppe R.U.A.S. – Tim, Cadu, Rose und Tim in der Favela Vila da Paz. Diese Favela befindet sich direkt nebem dem Autodrom von Interlagos, wo sich im Oktober immer die Stars und die reichen Fans der F1 zum alljährlichen Grossen Preis von Brasilien einfinden. Die Wirklichkeit rund um die Formel 1 Strecke ist allerdings eine ganz andere und wird in den Medien nie präsentiert. Kein Wunder, Armut, Müll und Blechhütten will niemand gerne sehen und schadet dem Image.Grund für den Besuch der Gruppe R.U.A.S war ein Austausch mit ca. 40 Jugendlichen (12-18 Jahre).

 
 

Im Sesselkreis sitzend stellten wir uns alle nach der Reihe vor und Cadu begann danach über die Arbeit des Cedeca Interlagos und seine Tätigkeiten zu erzählen. Danach hörten wir uns ein Lied an, in welchem es um die Menschenrechte und um deren Wichtigkeit der Verteidigung ging. Anschliessend kam es zum kreativeren Teil der Arbeit. Wir teilten uns in 6 Gruppen zu je 5-6 Personen auf und begannen Schablonen zu gestalten und auszuschneiden. Diese Schablonen sollten als Vorlage zum Graffitisprayen dienen. Ziel war es nämlich den Jugendlichen zu zeigen, dass diese Form der Kunst eine Art des Ausdrucks ist und sie dadurch optisch auf ihre Rechte aufmerksam machen können.

 

 

Ein zweiter positiver Aspekt ist, dass sie durch die Graffitis an den Wänden ihre Wohnumgebung verschönern und somit auch ihre Lebensqualität etwas steigern können. Die jungen Erwachsenen waren alle sehr begeistert und mehr oder weniger alle motiviert bei der Sache. Zum Ende hin wurde ich als Person auch immer interessanter. Ich wurde viel über Österreich befragt, ob wir denn auch den Real als Währung haben, was für eine Muttersprache ich spreche, ob ich noch andere Sprachen spreche, ob ich einen Freund habe, ob es in Oesterreich viele Brasilianer gibt etc.... Die Intervention war ein voller Erfolg und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Es hat mir gefallen mit den Jugendlichen zu arbeiten.

 
 

Mich erstaunt auch immer wieder, wie nett mich alle Menschen hier aufnehmen. Ich habe immer Hintergedanken und Befürchtungen man könnte mich in den Favelas, als Ausländer der sich das Leid ansehen möchte, beschimpfen. Aber ganz im Gegenteil, die Menschen sind alle sehr offen und freundlich. Lächelt man Ihnen zu, kommt sofort ein freundliches Lächeln zurueck. Und das ich aus Österreich stamme, macht die Sache für die Menschen nur noch interessanter. Ein Brasilianer in Österreich dagegen haette es schon schwerer. So eine Gastfreundschaft kennt man eben nicht überall. Die, die am wenigsten haben geben eben doch immer am meisten.

 
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Ciao