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Die Menschen in Bewegung bringen… ein oftmals langsamer und mühevoller Weg am Rande der Frustration
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Eine Hauptstrategie, welche das Cedeca Interlagos verfolgt, um die Rechte der Kinder und Jugendlichen zu verteidigen, ist die soziale Mobilisierung “Mobilização social” der Bevölkerung. Die Aktivitäten des Kinderrechtszentrums (Events, Interventionen, Märsche, Hausbesuche, Frauengruppen…) tragen alle dazu bei, die Bewohner zu empower, für ihre Rechte aktiv zu warden. Denn nur Sie selbst sind fähig an ihrer Situation etwas zu verändern. |
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Leider weicht die gute Theorie von der Praxis nur allzuoft ab. Viele Bewohner von Favelas verstehen nicht, wozu Sie kämpfen sollen und meinen als armer, alter, beeinträchtigter oder arbeitsloser Mensch keine Rechte zu haben. Manche Menschen scheinen aber auch gerne mit ihren Problemen alleine zu bleiben und wünschen gar keinen Kontakt zu Gleichgesinnten. Heute Nachmittag wurde uns dies wieder deutlich demonstriert. Elania, Gracie und ich waren in der Favela Jardim Beatriz. Motiv des Besuches war die Absicht, eine Frauengruppe in diesem Viertel aufzubauen. Wir waren schon einmal vor Ort, um uns und unsere Absichten vorzustellen. Damals erreichten wir glücklicherweise 7 Frauen, welche alle interessiert daran schienen, einmal wöchentlich zusammenzutreffen, um sich auszutauschen, gemütlich einen Kaffee zu trinken, etc... rein nach dem Motto “geteiltes Leid ist halbes Leid”.
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Umso enttäuschender war das heutige zweite geplante Treffen. Obwohl gestern extra Those, ein Agente Social (vergleichbar mit einem Streetworker in Österreich) nochmal alle Frauen des Viertels vor Ort an das heute geplante Treffen erinnerte, kam die Gruppe nicht zustande. Mit Kaffee und Saft gingen wir von Haus zu Haus und versuchten unser Glück, doch entweder war keiner zuhause oder sie hatte eine gute Ausrede parat. Man kann gespannt sein, ob die Gruppe nächste Woche zusammen kommt. So gut der Wille des Cedecas und deren Mitarbeitern auch ist, ohne die Kooperation der Bevölkerung ist eine Veränderung nicht möglich. |
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Solche Momente sind sehr frustrierend für die Equipe, vor allem wenn man bedenkt, dass viele MitarbeiterInnen noch in der Ausbildung stecken und ohnehin einen anstrengenden 24h-Tag haben. Ich habe ein richtig schlechtes Gewissen, dass ich in Österreich “nur” studiere und ab und zu ein paar Stunden daneben arbeite. Hier fängt der Tag schon mal damit an 1-2 Stunden im vollgestopften Bus zur Arbeit zu fahren, danach 8 Stunden zu arbeiten um danach wiederum eine Zeit lang zur Universitaet zu fahren, dort besucht man dann seine Kurse und fährt wieder eine Weile mit Bus oder Metro bis man endlich zu Hause ist. Dort angekommen ist es meist schon Mitternacht, noch schnell etwas essen, womöglich noch Frühstück und Mittagessen für Kinder und Ehemann für den nächsten Tag vorrichten, noch etwas lernen und dann endlich schlafen bis es um 5 Uhr Früh wieder heist: “Aufstehen!”. Die Arbeitsmoral ist hier eine ganz andere als in Europa. Dadurch, dass hier nicht jeder die Moeglichkeit hat zu studieren, nimmt Mensch seine Ausbildung viel ernster und wichtiger.
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