Lula bleibt Brasiliens Präsident!
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Sonntag, 29. Oktober 2006, um 20 Uhr: seit drei Stunden sind alle Wahllokale
geschlossen und bereits kommt der für die Wahlen verantwortliche Richter
zur Pressekonferenz und erklärt Luiz Inácio Lula da Silva zum erneut gewählten
Präsidenten Brasiliens. Seit acht Jahren wählt Brasilien mit "elektronischen
Urnen" und gemessen an der kontinentalen Grösse hat Brasilien eine beeindruckende
Präzision, Kompetenz und Schnelligkeit erreicht. Ein weiterer Schritt
zur vertiefung der Demokratie… Die formelle demokratische Struktur funktioniert.
Was noch fehlt ist die soziale und wirtschaftliche Verwurzlung der rein
politisch-formellen Demokratie…
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Das Resultat des zweiten Wahlganges wiederholt das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen
von 2002. Lula mit 61% der Stimmen, sein Gegner, Geraldo Alkmin - ehemaliger
Gouverneur von São Paulo - gerade 39%. Und diese 61% sind mehr als 58
Millionen Stimmen! Lulas Gegner erreichte im zweiten Wahlgang 2,4 Millionen
Stimmen weniger, als er im ersten Wahlgang noch erzielt hatte: eigenartig.
Sicher ist dieses magere Resultat Konsequenz des charismatischen Lula,
der auf die Strasse ging, mit dem Volk einen direkten Dialog führte, seine
Regierung mit den acht Jahren seines Vorgängers Fernando Henrique Cardoso
verglich, und die Resultate der ersten vier Regierungsjahre sichtbar machte.
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Eindrücklich ist die positive Haltung des Volkes gegenüber seiner Regierung.
53% aller Befragten empfinden die Regierung als sehr gut oder gut. 31%
sind mit Lula zufrieden. Und nur 15% äussern sich negativ gegenüber der
Regierung Lula. Das ist das beste Resultat einer brasilianischen Regierung
am Ende einer Regierungsperiode in den letzten zwanzig Jahren.
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Beeindruckend ist der Sieg von Lula im Nordosten Brasiliens. In der ärmsten
Region Brasiliens hat Lula mit mehr als 70% der Stimmen gewonnen. Dazu
kommt, dass alle jahrzente alten Oligarchien des Nordostens als grosse
Verlierer dieser Wahlen dastehen: die Familie Sarney im Bundesstaat Maranhão
und der seit der Militärdiktatur mächtige Antonio Carlos Magalhães in
Bahia sind die beiden eindrücklichsten Beispiele. Mit anderen Worten wird
deutlich, dass die sozialen Investitionen der Lula Regierung erste Früchte
bringen. Ein erster Schritt ist getan, weitere Schritte sind nötig!
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In seiner ersten Rede als wiedergewählter Präsident lässt Lula deutlich,
dass sein Sieg vor allem ein Sieg Brasiliens sei. Er wiederholt seine
Option für die Armen und spricht von der Notwendigkeit der Erweiterung
der Sozialpolitik. "Die Wahlen sind vorbei. Unser Gegener ist jetzt nicht
mehr die Opposition, sondern die soziale Ungerechtigkeit!". In seinem
zweiten Mandat will Lula eine Koalitionsregierung aufbauen. Er spricht
von einer Koalitionsregierung mit den wichtigsten Parteien Brasiliens
und mit allen sozialen Sektoren der brasilianischen Gesellschaft. Und
ich hoffe, dass dies auch ein Zeichen ist für die so dringende Annäherung
der Regierung Lula mit den sozialen Bewegungen Brasiliens!
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(tuto)
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| Mehr über die Regierung Lula: |
| August 06: Lula und der Traum sozialer
Veränderungen |
| August 05: LULA - Anfang oder Ende eines
historischen Prozesses? |